Kurzgeschichten

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„Die Gefühlsmaschine"

Manchmal sitzt du in einer Küche,

trinkst billiges Bier

und ein Freund zeigt dir eine Maschine,

die angeblich Gefühle reparieren kann.

Das ist der Moment,

in dem du merkst,

dass mit den Menschen längst mehr kaputt ist

als mit jeder Maschine.

Und dass Computer manchmal

ehrlicher antworten

als wir selbst.

Die Gefühlsmaschine

Eine Geschichte über kaputte Systeme,

zwei Männer,

und eine KI,

die plötzlich mehr über Menschen weiß

als ihnen lieb ist.

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Die Gefühlsmaschine

Der Typ hieß Martin und wohnte in einer Wohnung, die roch wie alter Kaffee, kalter Rauch und Entscheidungen, die irgendwann schiefgelaufen waren.

Er hatte mir geschrieben: „Komm vorbei. Ich habe etwas gebaut." Leute, die so etwas sagen, bauen normalerweise entweder Bomben oder Dinge, die niemand braucht.

Ich ging trotzdem hin.


Martin saß am Küchentisch. Vor ihm stand ein alter Computer, ein zusammengeflicktes Ding mit Kabeln, die aus dem Gehäuse hingen wie Gedärme aus einem aufgeschlitzten Tier. Auf dem Bildschirm stand:

EMOTIONALE SYSTEMKALIBRIERUNG

„Was ist das?", fragte ich.

Martin rieb sich durch den Bart. „Eine KI."

In letzter Zeit hatte jeder eine KI. Die meisten konnten nicht mal ihre Waschmaschine bedienen, aber sie bauten KIs.

„Und was macht sie?"

Martin lehnte sich zurück. „Sie repariert Gefühle."

Ich nahm einen Schluck Bier. „Gefühle sind kaputt?"

„Bei den meisten Menschen schon."


Der Computer summte leise. Martin tippte etwas ein. Der Bildschirm blinkte.

SYSTEMSTART

Ein Fortschrittsbalken kroch über den Monitor. Langsam. So langsam wie ein Montagmorgen mit Kater. Dann erschien eine neue Zeile.

ANALYSEMODUS AKTIV

Martin grinste. „Jetzt beobachtet sie uns."

Ich sah auf den Bildschirm. „Was genau beobachtet sie?"

Martin tippte wieder etwas ein. Der Computer antwortete sofort.

MENSCH 1: ERHÖHTER ZYNISMUS
MENSCH 2: LEICHTE VERZWEIFLUNG

Ich sah Martin an. „Welcher bin ich?"

Er zuckte mit den Schultern. „Schwer zu sagen."

Ich nahm noch einen Schluck Bier. „Und jetzt?"

Martin öffnete ein Menü. Eine Liste erschien:

› Traurigkeit kalibrieren
› Selbstzweifel stabilisieren
› Sinnsimulation starten

„Die Idee ist", sagte Martin, „dass Menschen emotional chaotisch sind. Also analysiert die KI das Ganze und bringt Ordnung rein."

Ich betrachtete die Kabel. Eines war mit Klebeband repariert.

„Und das funktioniert?"

Martin dachte kurz nach. „Manchmal."


Er klickte auf EMOTIONALE OPTIMIERUNG STARTEN. Der Rechner arbeitete. Die Festplatte klickte, der Lüfter heulte auf. Dann erschien eine Meldung:

ANALYSE: MENSCHLICHES SYSTEM INSTABIL

Martin runzelte die Stirn. „Das macht sie immer."

„Vielleicht hat sie recht", sagte ich.

Martin ignorierte mich und öffnete ein weiteres Menü.

› Wut reduzieren
› Bindungsangst neu strukturieren
› Existenzielle Fragen unterdrücken

„Das hier ist mein Lieblingsprogramm", sagte er und klickte auf EXISTENZIELLE RUHE.

Der Computer arbeitete länger. Die Lüfter drehten hoch. Es klang fast so, als würde das Ding wirklich nachdenken. Dann erschien eine Meldung.

FEHLER
URSACHE: MENSCH ZU KOMPLEX

Ich musste lachen. Nicht laut. Nur so, wie man lacht, wenn etwas gleichzeitig traurig und logisch ist.

Martin starrte auf den Bildschirm. „Das kann doch nicht sein."

Die Maschine summte weiter. Dann erschien langsam eine neue Zeile.

VORSCHLAG ZUR SYSTEMSTABILISIERUNG

Wir warteten. Dann kam die Lösung.

MIT ANDEREN MENSCHEN REDEN

Martin sah den Monitor an, als hätte ihm jemand eine philosophische Ohrfeige gegeben.

„Das ist doch lächerlich."

Ich nahm einen Schluck Bier. „Warum?"

„Weil ich extra eine Maschine gebaut habe, damit man das nicht mehr muss."

Der Rechner summte wieder. Eine neue Zeile erschien.

HINWEIS: DIE MASCHINE KANN DEN MENSCH NICHT ERSETZEN

Martin rieb sich die Augen. „Das habe ich da nicht reingeschrieben."

„Vielleicht hat sie es selbst gelernt", sagte ich.

„Das wäre unmöglich."

Ich sah auf den Computer. Der Lüfter drehte sich ruhig.

„Unmöglich ist normalerweise nur ein Wort für Dinge, die schon passiert sind."


Martin öffnete ein neues Bier. Ich öffnete auch eines. Wir saßen eine Weile schweigend da. Der Computer lief weiter. Dann erschien eine letzte Meldung.

SYSTEMSTATUS

MENSCHLICHE EMOTIONEN NICHT REPARIERBAR
ABER VERSTEHBAR

Ich sah Martin an. Martin sah mich an.

Die Maschine summte leise.

*Und zum ersten Mal an diesem Abend hatte ich das Gefühl,

dass sie der Vernünftigste im Raum war.*